| Efringen-Kirchen - "Alte Schule" |
| Inspirierte Spaziergänge durch die Natur |
Badische Zeitung - Ines Bode |
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Das Hölderlin-Quartett im Museum "Alte Schule" Foto: Ines Bode
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Nicht immer ist bei den Kammerkonzerten Efringen-Kirchen ein Themenkonzert geboten, nicht immer sind die Veranstaltungen bis auf den
letzten Platz besetzt und nicht immer erklingt drinnen ein frühlingshaftes Repertoire, während die karge Außenwelt eisig ist.
Aber der konzertante "Spaziergang durch die Natur" des Hölderlin-Quartetts, das am Sonntag erstmalig in der "Alten Schule" gastierte,
bot noch mehr Kontraste.
Das "Lerchenquartett" von Joseph Haydn mit seinen am ersten Satzanfang aufschwingenden Klängen kündete da unversehens von
lebhaften Singvögeln. Unbekümmertheit zeichnete die feinsinnige Tongebung aus und von spieltechnischen Besonderheiten geprägt,
geriet die Satzfolge mit dem schwungvollen Allegro zu Beginn zum Hörgenuss. Das Publikum nahm die Einladung, sich gedanklich in
wärmere Gefilde zu begeben, dankbar an, und schwelgte in den Kompositionen des Vaters des Streichquartetts. Besetzt war das
Quartett mit dem Finnen Teemu Myöhänen am Violoncello, Christian Friedrich an der Viola sowie Joowon Park und Rebecca Martin an den Violinen.
Martin hatte das Kammerensemble vor fast fünf Jahren gegründet. Joowon Park von den Dortmunder Philharmonikern vervollständigt
das Quartett in der aktuellen Besetzung, wobei jedes Mitglied auf internationale Erfahrungen als Solist, Orchester- und Kammermusiker
verfügt. In Divergenz zum Auftakt stand das Stück "I Crisantemi" von Giacomo Puccini. "Il Maestro", bekannt für innige Momente,
komponierte den emotionalen Stoff anno 1890 in einer Nacht. Die schwere Melancholie enthielt Segmente von Trauer und Nuancen -
ähnlich wie Puccinis "Toska". Die Chrysantheme als italienische Totenblume verwandte er als Titel für dieses anrührende Notengewebe.
Authentisch zeichnet es seinen Gemütszustand, da sein Gönner verschieden war.
Eine völlig andere Inspiration stand hinter den "Zypressen" von Antonin Dvorak. Auch hier ist die Botschaft nicht sofort erkennbar.
Dvorak gab Unterricht und verliebte sich in eine 16-jährige Schülerin. Ob die auffallenden, hüpfenden Töne des Violincello sein pochendes
Herz darstellen, mag Interpretationssache sein. Dominanz versprühend zogen sie sich jedenfalls durch das Werk. Letzter Programmpunkt
war das "Jagdquartett" von Wolfgang Amadeus Mozart. Ähnlich dem Lerchenquartett spricht der wie ein "Halali" klingende Beginn des
ersten Satzes, eine klare Sprache. Auch wenn der Verfasser den Titel "Jagdquartett" selbstnie einsetzte, betört die Kunst,
ein Thema aus Dreiklängen im Sechsachteltakt in eine zum Jagen auffordernden Musik zu verwandeln. Fundiert ist, dass dieses Streichquartett
eine Hommage Mozarts an Haydn ist und zu den sechs gleichnamigen Quartetten gehört. Einmal mehr zeigten die Interpreten hier ihr Können,
das sichtlich von professioneller Intensität und Noblesse im Ausdruck profitierte. "Wir sind in der privilegierten Lage,
schon etwas Frühlingsluft zu schnuppern", hatte Rainer Knaudt vom Organisatorenkreis zur Begrüßung gesagt.
In der Tat beschwor das Quartett nicht nur einen prickelnden Frühling, sondern auch ein betörendes Halali.
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| Efringen-Kirchen |
| Hölderlin-Quartett begeistert mit Haydn, Mozart, Puccini und Dvorák |
Oberbadisches Volksblatt. |
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Überzeugendes spieltechnisches Können und tadelloser Ensemblegeist kennzeichneten das Gastkonzert des Hölderlin-Quartetts
in der Besetzung (v. l.) Rebecca Martin, Jowoon Park, Christian Friedrich, Teemu Myöhänen in Efringen-Kirchen.
Foto: Walter Bronner
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(bn). Wenn ein ambitioniertes junges Musikerensemble sich heutzutage mit einem ausgesprochen konventionellen Konzertprogramm vorstellt,
ist das schon ein recht mutiges und eigenwilliges Unterfangen. Das vor knapp fünf Jahren gegründete Hölderlin-Quartett scheut offenbar
dieses Risiko (und die Legionen zählende prominentere einstige und aktuelle Konkurrenz) nicht, sondern nimmt sich unbekümmert die populärsten
Stücke von Haydn und Mozart nebst Ohrwürmern von Puccini und Dvorák vor - und spielt sich damit spontan in die Herzen seines Publikums.
So am Sonntag im Museum Alte Schule in Efringen-Kirchen, wo kaum mehr ein freier Platz zu haben war und die mit erfrischendem Impuls
dargebotenen Klassiker-Tophits das Auditorium nachhaltig in ihren Bann schlugen. In der Tat bilden Primgeigerin Rebecca Martin und ihr
Partnertrio Jowoon Park (Violine), Christian Friedrich (Viola) und Teemu Myöhänen (Violoncello) eine Quartettformation von tadellosem
Ensemblegeist, die nicht in erster Linie einem aufpolierten Klanghedonismus huldigt, sondern bei allem melodiösen Schmelz, den etwa
Haydns Lerchenquartett (op. 64/1 D-Dur) verströmt, auch dessen kantige und dramatischen Momente mit aufgerauter kerniger Intonation
hervorkehrt und dabei auch kräftig aufs Tempo drückt, ohne dass dabei ein noch so winziger Notenwert verloren ginge.
Imponierend auch, dass die Hölderlin-Jünger (allesamt Absolventen Rheinischer Musikhochschulen) diesen Haydn nicht zum Aufwärmen
missbrauchten, sondern vom ersten Ton an mit größter Hingabe zur Geltung brachten.
Dabei scheinen ihnen knifflige technische Schwierigkeiten nicht die geringsten Probleme zu bereiten, wie Mozarts springlebendig
musiziertes Jagdquartett (B-Dur, KV 458) mit seinen diffizilen harmonischen Verflechtungen überzeugend dokumentierte.
Selbst Puccinis elegisch-schwärmerisches und dem Gedenken von Amadeo von Savoyen gewidmetes Rührstück Crisantemi ließen die vier
famosen Nachwuchsinterpreten noch einen kräftigen Hauch Robustheit angedeihen, und in den drei Zypressen-Stücken von Antonin Dvorák
verbanden sie den singenden Herzton böhmischen Musikantentums mit kräftig zupackender Ausdeutung der Partituren.
Das Menuett aus Haydns Kaiserquartett war gerne gewährte Zugabe für den begeisterten Applaus.
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