| Konzert in der Comedia |
| Virtuose Vielfältigkeit |
Das "Hölderlin-Quartett" ließ keine Wünsche offen.
Die vier Musiker boten ein harmonisches Ganzes, blieben jedoch echte Individualisten. |
Kölner Stadt-Anzeiger - Petra Grebe |
Euskirchen - Es war ein exzellentes Streichquartett, das sich am Donnerstagabend in der Comedia einfand.
 |
| Das Hölderlin-Quartett gastierte in der Comedia.
Trotz einer kurzfristigen Umbesetzung waren die Musiker bestens aufeinander eingestimmt. (Bild: Grebe) |
Doch leider waren nur recht wenige Besucher in den Saal gekommen, um sich von der
hochkarätigen Musik inspirieren zu lassen.
Das Hölderlin-Quartett ließ sich von den dünn besetzten Zuschauerreihen allerdings nicht beeindrucken und zeigte schon mit den ersten Tönen,
dass der Abend vielversprechend werden würde.
Die Besetzung hatte sich für diesen Abend allerdings verändert. Für Andres Mahne sprang Werner von Schnitzer (Violine) ein.
Einspringen ist vielleicht nicht das richtige Wort, denn von Schnitzer war alles andere als ein Ersatz.
Er trug mit seinem einfühlsamen Spiel wesentlich zum Gelingen des Konzertes bei und fügte sich harmonisch in das Quartett ein.
Von Schnitzer spielte mit Rebecca Martin (Violine), Christian Friedrich (Viola) und Teemu Myöhänen (Violoncello),
als gehöre er schon lange dazu.
Mozart, Puccini, Boccerini, Draeseke und Haydn hatten die Musiker für den Abend ausgewählt und konnten damit dem
Publikum ein abwechslungsreiches Konzert bieten.
|
Alle vier Solisten sind hervorragende Musiker und können schon auf reiche
Erfahrungen als Solist sowie Orchester- und Kammermusiker verweisen.
Ohne die eigene Individualität aufzugeben, fügten sie sich zu einem harmonischem Ganzen zusammen.
Sie inspirierten sich gegenseitig und trieben sich zu virtuosen Höchstleistungen an. Differenziert, feinsinnig,
dynamisch und voller musikalischer Intensität spielte sich das Hölderlin-Quartett durch sein Programm.
Die Auswahl der Stücke zeigte die musikalische Erfahrenheit der Musiker. Von den eher leichteren Klängen Mozarts
ging es über zum Andante mesto aus "I Crisantemi" von Puccini. Mit Hingabe trugen sie die große Melancholie
des Andante vor, um anschließend bei einem Streichquartett von Boccerini wieder in die eher beschwingtere
musikalische Welt zurückzukehren. Sanfte musikalische Linien wechselten sich mit dynamischen Eruptionen
ab und zeigten immer wieder, wie vielfältig ein Streichquartett sein kann.
Vor vier Jahren hatte sich das Quartett zusammengefunden und wählte den deutschen Dichter
Friedrich Hölderlin (1770-1843) als Namenspatron, da sich die Musiker der Dicht- und Tonkunst
seiner Epoche besonders verpflichtet fühlen. Darüber hinaus verfolgt das Hölderlin-Quartett regelmäßig
Projekte mit zeitgenössischer Musik und verknüpft diese mit dem klassischen Konzertrepertoire.
Die Besucher in der Comedia konnten sich vom Können der vier Musiker überzeugen und erlebten
einen anregenden Konzertabend.
|
|
|
| Das Hölderlin-Quartett demonstrierte Klasse |
Die Mischung macht's: Das junge Hölderlin-Quartett, das jetzt auf Einladung der
Kulturinitiative Klösterchen ein Konzert in der Comedia gab, war mit einem abwechslungsreichen ... |
Kölnische Rundschau - Hanna Styrie |
EUSKIRCHEN. Die Mischung macht's: Das junge Hölderlin-Quartett, das jetzt auf Einladung der Kulturinitiative Klösterchen
ein Konzert in der Comedia gab, war mit einem abwechslungsreichen Programm angetreten, in dem es auch eine Kostprobe von
Felix Draeseke verabreichte.
Lange war der Komponist (1835-1913) weitgehend vergessen; mit der Einspielung seiner Streichquartette auf CD tragen die
Musiker nun zu einer Wiederbelebung seiner kammermusikalischen Werke bei.
Bereits beim eingangs gespielten Quartett in Es-Dur KV 160 von Mozart hatten der aus Bad Münstereifel stammende Werner
von Schnitzler (1. Violine), Rebecca Martin (Violine), Christian Friedrich (Viola) und der finnische Cellist Teemu Myöhänen
keinen Zweifel an ihrer Klasse aufkommen lassen. Hier waren Musiker am Werk, die durch Frische und Engagement für sich einnahmen,
vor allem aber mit überaus klangsinnlichem Spiel erfreuten.
Dem beschwingten Auftakt folgte mit dem ersten Satz aus Puccinis "Crisantemi" (Chrysanthemen) ein elegisches Stück,
das der berühmte Opernkomponist angeblich in nur einer Nacht zum Gedenken an Amedeo von Savoyen geschrieben hat.
Die schwermütige Stimmung verdankt sich zum Großteil der dunklen Klangfarbe des Cellos.
|
Ganz anders Luigi Boccherinis charmantes Streichquartett op. 39 / 1, das mit seiner feinen Eleganz und seiner komplexen,
warmen Klangtextur ganz nach dem Geschmack der Zuhörer war.
Mit Lust und Laune spürte das Hölderlin-Quartett unter Werner von Schnitzlers zuverlässiger Führung dem kompositorischen
Einfallsreichtum nach, den der italienische Zeitgenosse Haydns hier ausbreitet. Beglückend, wie die Streicher die farbenreiche
Originalität dieser Musik mit viel Liebe zum Detail aufblühen ließen.
Mit dem Adagio aus Felix Draesekes Streichquartett B-Dur, op. 66 schürten sie die Neugier auf einen neu zu entdeckenden
Komponisten. Dem 200. Todestag von Joseph Haydn trug das Hölderlin-Quartett mit der Aufführung des "Lerchen-Quartetts" op. 64 / 5 Rechnung.
Das verdankt seinen Namen der Vogelschlag-Melodie der ersten Geige, die sich zu Beginn des ersten Satzes deutlich über
die Stakkato-Harmonien der tieferen Stimmen erhebt.
Vital und spielfreudig präsentierten sich die Streicher hier ebenso wie kantablen Adagio und dem etwas behäbigen Menuett,
an das sich ein mitreißender Finalsatz anschließt, bei dem sie noch einmal mit glänzendem Zusammenspiel punkteten.
|
|