Torgau (TZ). Streichquartette sind in den Rathauskonzerten eher selten zu hören. Umso erfreulicher war es,
dass am vergangenen Freitag das Hölderlin-Quartett diese Lücke mit Werken der klassischen und romantischen Epoche füllen konnte.
Die vier Musiker verfügten nicht nur über bemerkenswerte spieltechnische Fertigkeiten, sondern zeigten auch ein überaus
gutes Zusammenspiel. Nach dem dreisätzigen Quartett von Wolfgang Amadeus Mozart erklang das berühmte Lerchenquartett von Josef Haydn.
Dieser Komponist erfreute sich schon zu Lebzeiten großer Anerkennung, und zwar nicht nur im österreichisch-ungarischen Raum.
Besonders die Sinfonien und Streichquartette wurden aufgrund ihres Wohlklanges und vorbildlicher Instrumentierung gern gespielt.
Auch für das Lerchenquartett treffen die genannten Merkmale zu, wovon sich die zahlreich erschienenen Zuhörer in der gelungenen
Wiedergabe durch das Hölderlin-Quartett überzeugen konnten. Haydn und Mozart kannten sich nicht nur persönlich,
sondern musizierten sogar gemeinsam.
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An den beiden Streichquartetten war zu erkennen, dass sich die Stile beider Komponisten
kaum voneinander unterschieden. Die nachfolgende Elegie von Puccini, dessen Geburtstag sich am 22. Dezember des vorigen Jahres
zum 150. Male jährte, ist ungefähr 100 Jahre nach Haydns Lerchenquartett entstanden. Mit ihren schwelgerischen Melodien erinnerte
sie an die Ausdruckskraft seiner Opernarien. Höhepunkt des Abends war aber das D-Dur-Streichquartett
op. 44,1 von Felix Mendelssohn Bartholdy, das sich unter anderem durch große Lebhaftigkeit in den Ecksätzen auszeichnete.
Hier konnten die Interpreten Virtuosität, Klangkultur und Leidenschaft des Vortrages unter Beweis stellen.
Der erste Satz mit seinem raketenartig aufsteigenden Anfangsthema, dem ein sehr schönes zweites Thema in Moll folgte,
wie auch seiner vortrefflich gearbeiteten Durchführung, muss als wahrhaft genial bezeichnet werden.
Aber auch der melodienreiche, etwas nachdenklich anmutende langsame Satz beeindruckte die Zuhörer durch Schönheit seiner Melodien.
Im Finalsatz bündelten die Musiker noch einmal alle Kräfte und führten das Werk zu einem glanzvollen Abschluss. Entsprechend
nachhaltig war der Beifall des zahlreich erschienenen Publikums, für den sich die Künstler bedankten,
indem sie das Menuett aus dem Haydn-Quartett wiederholten. Ein schöner Streichquartettabend ging damit zu Ende.
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