Kontakt | Impressum
Torgauer Rathauskonzerte
Werke der klassischen und romantischen Epoche
Torgauer Zeitung - Georg Frackowiak
 
Torgau (TZ). Streichquartette sind in den Rathauskonzerten eher selten zu hören. Umso erfreulicher war es, dass am vergangenen Freitag das Hölderlin-Quartett diese Lücke mit Werken der klassischen und romantischen Epoche füllen konnte. Die vier Musiker verfügten nicht nur über bemerkens­wer­te spieltechnische Fertigkeiten, sondern zeigten auch ein über­aus gutes Zusammen­spiel. Nach dem drei­sätzigen Quartett von Wolfgang Amadeus Mo­zart erklang das berühmte Lerchenquartett von Josef Haydn. Dieser Komponist erfreute sich  schon zu Leb­zeiten großer Anerkennung, und zwar nicht nur im österreichisch-ungarischen Raum. Besonders die Sinfonien und Streichquartette wurden aufgrund ihres Wohlklanges und vorbildlicher Instrumen­tierung gern gespielt.
Auch für das Lerchenquartett treffen die ge­nannten Merkmale  zu, wovon sich die zahlreich erschienenen Zuhörer in der gelungenen Wieder­gabe durch das Hölderlin-Quartett überzeugen konnten. Haydn und Mozart kannten sich nicht nur persönlich, sondern musizierten sogar ge­mein­sam.
An den beiden Streichquartetten war zu erkennen, dass sich die Stile beider Komponisten kaum voneinander unterschieden. Die nach­folgende Elegie von Puccini, dessen Geburts­tag sich am 22. Dezember des vorigen Jahres zum 150. Male jährte, ist ungefähr 100 Jahre nach Haydns Lerchenquartett entstanden. Mit ihren schwelgerischen Melodien erinnerte sie an die Ausdruckskraft seiner Opernarien. Höhepunkt des Abends war aber das D-Dur-Streichquartett op. 44,1 von Felix Mendelssohn Bartholdy, das sich unter anderem durch große Lebhaftigkeit in den Ecksätzen auszeichnete.
Hier konnten die Interpreten Virtuosität, Klang­kultur und Leidenschaft des Vortrages unter Beweis stellen. Der erste Satz mit seinem raketenartig aufsteigenden Anfangsthema, dem ein sehr schönes zweites Thema in Moll folgte, wie auch seiner vortrefflich gearbeiteten Durch­führung, muss als wahrhaft genial bezeichnet werden.
Aber auch der melodienreiche, etwas nachdenklich anmutende langsame Satz beeindruckte die Zuhörer durch Schönheit seiner Melodien. Im Finalsatz bündelten die Musiker noch einmal alle Kräfte und führten das Werk zu einem glanzvollen Abschluss. Entsprechend nachhaltig war der Beifall des zahlreich erschienenen Publikums, für den sich die Künstler bedankten, indem sie das Menuett aus dem Haydn-Quartett wiederholten. Ein schöner Streichquartettabend ging damit zu Ende.